Persönliche Werkzeuge

Modellflugverein Reinickendorf e.V.

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Bild:Spannweite.png1220mm  Bild:Laenge.png 1100mm  Bild:Gewicht.png 1,42Kg  Bild:Antrieb.png AXI2820/8 Bild:Schraube.png9,5x6 Klapp  Bild:Akku.png 3S3600mAh

IL2 Air Combat

Es ist immer spannend, wie man zu einem neuen Modellprojekt kommt. Bei dem hier vorliegenden Projekt kam es so: Martin, ein aktiver Air Combat Flieger war mal wieder auf der Suche nach einem neuen Kampfobjekt. Wie so oft, wurden bereits deutsche, italienische, amerikanische und japanische WKII-Flugzeuge gebaut. Das fast naheliegendste, das meist gebaute Flugzeug aller Zeiten war aber noch nicht im Fokus der Air Combat Szene – eine russische IL2. Der schlanke Rumpf gepaart mit einer großen Flächentiefe bieten optimale Voraussetzungen für ein zu elektrifizierendes, gut fliegendes Modell.
 

 

Davon bekam Jan Wind, der inzwischen ebenso von der Combat-Szene infiziert wurde. Jan wiederum kannte jemand, der in unserer Region schlechthin als DER IL2 Spezialist gilt: Andreas. Andreas wiederum war gerade dabei, das CAD Universum mit angeschossenem CNC Maschinenpark zu entdecken und wartete förmlich drauf, ein kleines Start- Projekt in die Finger zu bekommen. Der kannte nun wieder Stefan, der gerade das Drucken von Teilen perfektionierte. Und der kennt Ulf, der sich gerade eine neue CNC-Styro-Schneidemaschine zugelegt hatte und ebenso auf ein erstes Demo-Projekt wartet. Über allem wachte Thilo, der das Flächenprofil festlegte und allgemeine Hinweise zu Air Combat Modellen mit auf den Weg gab. Somit haben wir alle im Bunde, die in irgend einer Art und Weise am Erfolg des IL2 Projektes beteiligt waren. Besser kann man Arbeitsteilung nicht organisieren.
 

 

Im Lastenheft stand: Einfachste, aufwandsoptimierte Konstruktion entsprechend des air combat Reglements, Vorbildähnlichkeit, aber kein Scale, schnelle Reproduzierbarkeit von kaputten Teilen, Verwendung von Standardkomponenten.

Andreas war für die CAD Grundkonstruktion und das Lasern der gesamten Holzteile verantwortlich. Ulf schnitt als Alternative zu geplanten Rippenfläche Styroflächenkerne, Jan kümmerte sich um den Formenbau und die Miniserie für Kabinen- und Motorhaube sowie Fahrwerksgondeln, Stefan druckte Auspuffattrappen und Pilotenkopf.

 

 

Mehrere gemeinsame Nachmittage, verworfene Proberümpfe und Anpassarbeiten später war es soweit – Jans und AD’s IL’s wurden fast zeitgleich fertig. Martin, dem Ideen-Sponsor wurde dann im Januar beim Hallenfliegen in Liebenwalde feierlich ein kompletter Bausatz inkl. Formteile als Dankeschön für seine großartige Unterstützung übergeben. Und es kam, wie es kommen musste – als letzter angefangen – aber als erster hat Martin den Erstflug geschafft. Jan und Andreas folgen kurze Zeit später. Das gesamte Projekt inkl. Testbauten dauerte nur 6 Monate – eine respektable Zeit für den Umfang dieses Unternehmens.


Technische Daten:

Spannweite: 1,22m; Flächeninhalt: 23,55qdm; Flächenbelastung:60g/qdm; Gewicht:1,42kg;

Antrieb: 3S 3600 Lipo; 500..600W AXI2820/8 1500kv Motor; 9,5”x6” Klappluftschraube; 12.300rpm; Strom:50A;

Profil NACA2412 auf 2415; Schränkung 1,5°; Schwerpunkt 90..95mm;

 

 

Wie fliegt sie nun: erwartungsgemäß unkompliziert. Sie hat einen erstaunlich großen Geschwindigkeitsbereich, kann flott betrieben werden, kann aber auch lammfromm auf den Punkt auf ihren beiden Fahrwerksgondeln gelandet werden.

Bezgl. Air Combat muß sie erst noch unter Beweis stellen, ob sie der Konkurrenz gewachsen ist. Bedingt durch den festgeschriebenen Maßstab 1:12 ist sie mit 1,22m Spannweite recht groß. Der Vorteil, sie in der Luft gut zu sehen ist gleichzeitig auch ihr Nachteil. Auch wird die Wendigkeit nicht ganz so zackig sein wie ihre kleinere Konkurrenz. Natürlich muß man auch bei der IL2 sich an die machbaren aerodynamischen Grenzen bzgl. Ruderausschläge und maximaler Wendemanöver herantasten. Zu eng gerissene Loopings werden mit moderatem Strömungsabriss quittiert. Für eine flotte Rollrate um die Längsachse dürfen es schon +/-18mm Querruderausschlag sein.

 

 

Nun heisst es üben, üben, üben, um die IL auch bestimmungsgemäß ihrem Element zu übergeben – dem Luftkampf. Jedoch ein Punkt wurde aus dem Lastenheft nicht richtig berücksichtigt – am Ende ist zu viel Liebe zum Detail in das Projekt eingeflossen – eigentlich viel zu schade, um im Luftkampf abgeschossen zu werden….
 

 

....also wird weiter dekoriert, sowohl bei Jan als auch bei Andreas.


So, hier der Nachweis das Jan seine auch fliegt. Andreas seine musste noch mal zurück in den Hangar, nach 5 Sekunden Motorabsteller. Dafür hat AD sie aber gut wieder eingelandet ;-)) Problem wurde schnell erkannt: einen 55A Regler mit >55A zu betreiben geht nicht lange gut. Vorherige Testläufe mit max. 50A wurden mit alten und kalten Akkus gemacht....

update Juni 2018

Kleiner Nachtrag: Angestachelt von den vielen neuen CNC Möglichkeiten hat Jan seine lange verschütteten CAD Erfahrungen ausgekramt und sich an den Rechner gesetzt. Raus gekommen ist die Nachahmung des so IL2 typischen Maschinengewehrs des Heckschützen. Andreas hat's gedruckt und so hat die IL nun auch ein weiteres Charakteristikum bekommen.